Fehler 2: Werbung läuft – aber niemand kann kaufen
Ich erinnere mich an eine Kampagne für ein lokales Geschäft.
Wir haben Werbung auf Social Media gestartet und die Anzeige lief wirklich gut. Menschen kommentierten, stellten Fragen und einige schrieben sogar unter die Ad, dass sie am Wochenende schon da waren und wie toll sie es fanden. Das ist wirklich pures Gold, wenn das passiert.
Beim Durchgehen der Kommentare fiel aber plötzlich etwas auf.
Mehrere Leute schrieben Dinge wie:
„Ich stehe gerade vor der Tür, ist heute geschlossen?“
„Wir wollten gerade rein, aber hier ist niemand.“
Der Grund war schnell klar:
Die Inhaberin war krank geworden. Und weil es aktuell keine Mitarbeiter gab, die einspringen konnten, blieb der Laden geschlossen.
Nicht nur einen Tag.
Eine ganze Woche.
Das kann passieren. Gerade in kleinen Unternehmen.
Aber während der Laden geschlossen war, lief die Werbung auf Social Media weiter und brachte weiterhin Menschen dazu, vorbeizukommen.
Menschen, die dann vor einer verschlossenen Tür standen.
Und ehrlich, wenn 2 User kommentieren, kannst du locker davon ausgehen, dass mind. 10 Menschen vor verschlossener Tür standen, die nicht kommentierten.
Genau hier zeigt sich ein Punkt, über den viele bei Social Ads nicht nachdenken:
Die Arbeit endet nicht, wenn die Anzeige online ist. Sie muss reguliert, geprüft, angepasst und moderiert werden.
Wenn sich kurzfristig etwas ändert, Krankheit, Laden zu, Produkt ausverkauft, muss die Werbung schnell angepasst oder pausiert werden können.
Denn Social Ads laufen weiter.
Auch dann, wenn im Hintergrund längst etwas anderes passiert.
Und wenn jemand extra zu dir fährt und vor einer geschlossenen Tür steht, gibt es dafür keinen zweiten ersten Eindruck.
Fehler 3: Die Werbung funktioniert aber der Rest ist nicht vorbereitet
Ein Punkt, der bei Werbung auf Social Media oft übersehen wird, liegt gar nicht in der Anzeige selbst. Sondern in dem Moment danach.
Denn wenn eine Kampagne gut läuft, bringt sie Menschen zu dir. Sie klicken auf den Onlineshop oder kommen durch die Anzeige in den Laden. Genau das ist ja das Ziel.
Aber genau an dieser Stelle entscheidet sich dann, ob aus Interesse auch wirklich ein Kauf wird.
Ich habe Kampagnen gesehen, bei denen die Werbung gut funktioniert hat, aber der nächste Schritt für die Kunden unnötig schwierig war.
Im Onlineshop zum Beispiel: Die Website lädt langsam, Produkte sind schwer zu finden oder wichtige Informationen fehlen. Manchmal ist die Seite auf dem Handy kaum zu bedienen oder der Bestellprozess wirkt kompliziert. Dann ist zwar Interesse da, aber viele brechen irgendwann ab.
Bei lokalen Geschäften kann es ähnlich sein. Menschen kommen in den Laden, aber der erste Eindruck passt nicht ganz. Vielleicht wirkt der Laden gerade etwas unaufgeräumt, vielleicht ist im stressigen Alltag die Stimmung im Team angespannt oder die Öffnungszeiten passen nicht ideal zur Zielgruppe.
Ein Beispiel, das ich öfter sehe: Werbung, die sich an Berufstätige richtet, während der Laden schon am späten Nachmittag schließt.
Die Werbung erreicht also die richtigen Menschen.
Nur ist es für sie manchmal gar nicht so leicht, den nächsten Schritt zu machen.
Und genau deshalb lohnt sich bei Werbung auf Social Media immer auch ein kurzer Blick auf das „Danach“. Was erleben Menschen eigentlich, wenn sie klicken oder wenn sie durch die Tür kommen?
Denn dort entscheidet sich am Ende, ob aus Aufmerksamkeit wirklich ein Verkauf wird.